US-Investor verklagt Fiskus wegen Aktiendeals

US-Investor verklagt Fiskus wegen Aktiendeals

Zitat:

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags untersucht derzeit, warum „Cum-ex“-Geschäfte so lange zulässig waren. Ein US-Pensionsfonds zieht indes wegen der umstrittenen Aktiendeals gegen den deutschen Fiskus vor Gericht.

BerlinEin amerikanischer Investor sucht nach einem „Spiegel“-Bericht die juristische Auseinandersetzung mit dem deutschen Fiskus über die rechtlich hoch umstrittenen „Cum-Ex“-Geschäfte mit Aktien. Das Nachrichtenmagazin berichtete am Freitag vorab, ein US-Pensionsfonds ziehe gegen das Bundeszentralamt für Steuern vor das Finanzgericht Köln. Ziel des Investors sei, die Erstattung von Kapitalertragsteuern zu erzwingen, die das Finanzamt verweigert habe. Bei „Cum-Ex“-Geschäften wurden Aktien mit (lateinisch: „cum“) und ohne Bezugsrecht („ex“) rund um den Dividendenstichtag verkauft. Käufer und Verkäufer ließen sich dann die Kapitalertragsteuer zurückerstatten, obwohl sie nur einmal gezahlt wurde. Dies galt lange Zeit als legale Praxis. Bisher fehlt ein Grundsatzurteil zu „Cum-Ex“-Geschäften. Aus Sicht der Bundesregierung waren diese illegal.


 

Darum geht es

Mit Hilfe des Staates haben Banken viele Jahre ihre Bilanzen aufpoliert. Ihren Lauf nahmen die Aktiendeals mit (cum) und ohne (ex) Dividende zu Beginn der 2000er-Jahre. Banken und Broker hatten untereinander Aktienpakete gehandelt und eine mehrfache Erstattung der Kapitalertragsteuer erreicht. Ab 2006 gab es Cum-Ex-Fonds für institutionelle und vermögende Anleger. Die Liste der beteiligten Banken liest sich wie ein Who’s who der Branche.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/cum-ex-geschaefte-us-investor-verklagt-fiskus-wegen-aktiendeals/13393210.html